Interview Ché VEGara

Hallo Remo! Bitte stelle dich vor und erzähl uns doch etwas zu Ché VEGara.
Moin 🙂 Ich bin Remo Scholz und mache schwerpunktmässig zwei verschiedene Dinge, welche mit Veganismus zu tun haben: Zum einen bin ich seit August 2013 Gründer und Betreiber von “Ché VEGara Catering” und damit in der ganzen Schweiz unterwegs und tätig in allen Bereichen. 2017 kam die Lebensmittelmarke “Herr Vegara” dazu – aktuell haben wir zwei Mandelgetränke (Schoko & Tonka Tropical) in zahlreichen Vegan-, Bio-läden, Onlineshops und konnten den Schoko Drink für zwei Wochen (Anfangs September 2020) in rund 145 Filialen von Lidl Schweiz platzieren.

Je nach Zeitressourcen organisiere ich alleine oder mit Drittpersonen weitere Events welche sich mit dem Thema “Vegan” beschäftigt – so z.B. im Januar 2019 die erste “vegane Hochzeitsmesse” in Zürich.


Was hat dich dazu gebracht, das zu tun, was du heute tust?
Ich bin seit Kindesbeinen tierlieb und habe zahlreiche Erinnerungen diesbezüglich – habe jedoch lange nicht kapiert / wahr haben wollen, dass meine Tierliebe auf dem Teller endet.. Als ich meine jetzige Ehefrau kennen lernte, wurde ich “dank ihr” zum Vegetarier – gleichzeitig taten mir die Schweine im Tiertransporter, welche ich auf meinem Arbeitsweg morgens um 6:00 überholte immer mehr Leid. Wir besuchten dann aus (vegetarischer) Tierliebe einen “Gnadenhof” und machten kurz darauf Ferien auf “Hof Butenland” – da war für uns klar, dass es für uns keine andere Möglichkeit gibt, als unsere Ernährung zu verändern und den Konsum sämtlicher tierlicher Produkte zu unterlassen.


Was bedeutet dir der Veganismus?
Es bedeutet mir insofern sehr viel. Es wurde für mich zum einen beruflich sehr wichtig, sowohl als Selbsständigerwerbender, wie auch in Zeiten, wo ich Angestellter bin. Ehrlicherweise kann “Mensch” die Scheuklappen gar nicht mehr so hoch ziehen, um das ganze Elend der Massentierhaltung zu ignorieren und die der damit verbundenen Auswirkungen der Umweltverschmutzung, Klimakrise & Hunger / Fluchtursachen.

Veganismus bedeutet für mich aber auch der für mich einfachste Weg effizient viele Probleme zu lösen. Das ist auch der Antrieb für meine beruflichen Tätigkeiten – wenn ich dazu beitragen kann, dass z.B. eine 80 köpfige Hochzeitsgesellschaft vegan schlemmt, habe ich indirekt extrem viele Tiere “gerettet” und im Idelafall sogar positive Werbung für pflanzliche Ernährung geleistet.


Was war ausschlaggebend für dich, vegan zu leben?
Der Ausschlag war die Ausseinandersetzung mit der eigenen Tierliebe – in der Kochlehre musste ich mit ansehen, wie Rinder geschlachtet wurden – das hat mich extrem belastet und traurig gemacht und ich empfand Mitleid mit den Tieren. Ebenso hätte ich um die Weihnachtszeit herum lebendige Hummer ins kochende Wasser legen sollen – ich habe mich geweigert und wollte dies auf keinen Fall tun. Leider haben diese Erlebnisse zu dieser Zeit noch nicht dazu geführt, mein Essverhalten zu verändern (ich stamme aus einer Familie mit einigen Metzger) sondern erst viel später grundlegend. Ich hatte zwar einige Vegetarische Phasen – aber ich hab dann einfach umso mehr andere tierliche Produkte konsumiert. Erst mit Mitte 30 kam bei mir ein Umdenken – auch durch meine Frau – dass uns die Ernährung wichtiger wurde und die Herkunft und so weiter. Ausschlaggebend war dann wirklich die Woche Urlaub bei Karin und Jan auf Hof Butenland (Facebook-Profil) – ich schämte mich für meinen Milchkonsum und meine Doofheit- und dies obwohl von den beiden nie etwas “Vorwurfsvolles / Anklagendes” kam – im Gegenteil. Sie waren in den Gesprächen / Begegnungen einfach offen und ehrlich. Kurz nach dem Urlaub war für mich klar, dass ich auch beruflich etwas mit “Veganismus” tun möchte.


Wo siehst du den Veganismus in der Schweiz in 10 Jahren?
2030 ist der Veganismus hoffentlich so stark, dass es der “Normalität” entspricht. Persönlich wünsche ich mir, dass die Gesellschaft insgesamt “freundlicher” wird zueinander, emphatischer & friedlicher. Dass es keine Rolle mehr spielt, welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Herkunft hat. Und dass der Veganismus dazu beigetragen hat, dass die Spezies “Mensch” kapiert hat, dass es keinen Grund gibt, andere Lebewesen nur für einen kurzen Augenblick “Gaumenschmaus” zu töten.

Ich wünsche mir, dass Firmen wie “Herr Vegara”, “New Roots”, Outlawz Food”, “Planted” oder “Vegusto” aus den Regalen der grossen Lebensmittelgeschäfte nicht mehr wegzudenken sind 🙂


Was ich zum Schluss noch sagen möchte:
“Ché mal wieder” 😉 & kauft zwischendurch auch mal bei den kleinen Pionieren 😉

Steckbrief

Name: Remo Scholz

Alter: 45 Jahre

Meine Firma / Mein Brand: Herr Vegara // Ché VEGara Catering

Veganes Lieblingsprodukt Food: “Herr Vegara BIO Schoko Drink”

Veganes Lieblingsprodukt Non-Food: Taschen & Gürtel von Ceymuun